Zweites Nothilfeprojekt der Thalassämiehilfe ohne Grenzen e.V. aus Waiblingen gestartet.
Der achtjährige Ramazan leidet unter der erblichen, lebensbedrohlichen Beta-Thalassämie Major. In seinem Heimatort in der Provinz von Antalya in der Türkei versucht er tapfer, ein Leben wie andere Kinder in seinem Alter zu führen. Aber oft reicht seine Kraft nicht einmal für den Schulweg.
Den Namen Ramazan könnte man mit Fastenfest übersetzen. Er gehört zu einer Reihe von beliebten Jungennamen in der Türkei. In Deutschland ist uns allerdings eher die Schreibweise Ramadan vertraut. Der kleine Junge besucht die zweite Klasse der Grundschule. Oft versorgen seine nur eingeschränkt lebensfähigen roten Blutkörperchen Ramazans Körper so unzureichend mit Sauerstoff, dass ihm schwindelig wird und er über rasende Kopfschmerzen klagt.
Die Ärzte geben dem Schüler daher regelmäßig Bluttransfusionen und Medikamente, um den Eisenüberschuss in seinem Körper nicht zu groß werden zu lassen. Ramadan würde sonst eine schwere Vergiftung und das Versagen von inneren Organen drohen. In der Universitätsklinik von Antalya wollen Ramazans Fachärzte im kommenden Jahr eine Stammzelltransplantation wagen. Diese soll ihn dauerhaft von der Thalassämie, die oft auch Mittelmeeranämie genannt wird, heilen.
Süleyman A., ein ehemaliger Nachbar und Freund der Familie, der seit 1982 in Lindau am Bodensee als Postbote lebt und arbeitet, hat die Zukunft des kleinen Ramazan zu seiner Herzensaufgabe gemacht. Er weiß auch von einem Hoffnungszeichen zu berichten. Ärztliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Ramazans jüngerer Bruder, Furkan, identische Gewebemerkmale wie er hat. Furkan kann deshalb Stammzellspender für seinen Bruder sein.
Die Kosten für die eigentliche Behandlung übernimmt zu einem Viertel die Landwirtschaftliche Krankenkasse, in der Ramazans Eltern versichert sind. Den Rest trägt bei Patienten unter 18 Jahren der türkische Staat. Auf die Eltern kommen allerdings nach dem Krankenhausaufenthalt des Jungen noch erhebliche Kosten zu, welche die Kasse und der Staat nicht übernehmen.
Für die Dauer eines Jahres kann Ramazans Mutter nicht arbeiten und fällt als Mitverdienerin aus. In der Nachsorgephase von etwa sechs Monaten muss für die Mutter und den Jungen in der Nähe der Klinik ein Zimmer oder eine bezahlbare Wohnung gefunden werden. Ramazan muss in dieser Zeit zu regelmäßigen ambulanten Kontrollen in die Klinik kommen. Dafür wäre der Weg aus seinem 120 km entfernten Heimatort zu beschwerlich und für einen frisch Transplantierten zu riskant.
Bis Ramazan wieder nachhause darf, muss auch das Haus, in dem die Familie lebt, auf die Anforderungen des noch schwachen neuen Immunsystems des Jungen eingestellt werden. Es werden besondere Wandanstriche, andere Fußbodenbeläge und leicht zu desinfizierende Möbel nötig.
Dazu will die Lindauer „Selbsthilfegruppe für Menschen mit Leukämien, Lymphomen und anderen Blutsystemerkrankungen" Spenden sammeln. Diese Selbsthilfegruppe ist seit 2009 Mitglied der Thalassämiehilfe ohne Grenzen e.V. Auch das Spendenkonto wird hier beim Verein geführt.
Maria Richter, Sprecherin der Lindauer Selbsthilfegruppe, wünscht sich: „Ich wäre froh, wenn die großen finanziellen Sorgen ein gutes Stück weit verkleinert werden könnten. Zusätzlich zu den Ängsten um Ramazans Gesundheit, seine weitere Entwicklung und den Strapazen, die ihm und seinem Bruder Furkan bevorstehen, lassen die erwarteten Kosten die Eltern schon heute nicht mehr ruhig schlafen."
Für die Hilfe für Ramazan hat der Verein ein besonderes Konto eingerichtet:
Ansprechpartnerin für alle Fragen:
Frau Maria Richter
Grundstrasse 19
88131 Lindau/Bodolz
Email: MMR-LI (at) web.de
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