Wir Erwachsenen würden wohl grübeln, innerlich mit unserem Schicksal hadern, uns nach außen verschließen oder hörbar seufzen.
Ilham, die zehnjährige Schülerin aus Marokko, die an der aggressiven, lebensbedrohenden Form der Beta-Thalassämie leidet, tut nichts von dem. Man merkt es ihr kaum an, wenn es ihr nach einer der regelmäßigen Bluttransfusionen einige Tage nicht gut geht.
Das Mädchen hofft darauf, das erste Mal in den zehn Jahren ihres Lebens gesund gemacht zu werden.
Die Wunder, auf die sie hofft und um die sie betet:
Genug Geldspenden und ein geeigneter Stammzellspender.
Sie bangt aber auch, dass sie versehentlich einmal eine verunreinigte Blutkonserve bekommt und sich mit Hepatitis infiziert.
Sie friert bei 24°, die das Thermometer tagsüber zur Zeit in ihrer Küstenregion anzeigt. Die Wirkung der Spenderblutkonserve lässt nach. Dann wird es auch in der Schule für sie schwer. Sie ist kraftlos. Die Konzentration lässt wegen des wieder ansteigenden Sauerstoffmangels zu schnell nach.
Ihre Mutter macht sich im Telefonat mit der Betreuerin Sorgen: „Ilham hat vor dem Essen immer solch einen Heißhunger und nach der halben Portion mag sie nichts mehr. Dabei mache ich ihr schon öfter als sonst ihre Lieblingsgerichte, gegrilltes Hühnchen oder Pizza. Aber alles bleibt zur Hälfte liegen."
Am Abend versucht Ilham selber die Betreuerin in noch einem Telefonat zu beruhigen: „Mama soll sich nicht immer solche Sorgen machen. Ich bin es doch, die krank ist. Und ich habe versprochen bekommen, dass die Leute in Deutschland mir helfen werden, damit ich operiert werden kann. Ich muss nur ein wenig Geduld haben."
Ilham weiß von ihren Ärzten, dass in ihrem Körper an jedem Tag zigtausende roter Blutkörperchen vorzeitig absterben, die ihr Knochenmark nur verstümmelt bilden kann. Die Mediziner bemühen sich, mit regelmäßigen Bluttransfusionen die Sauerstoffversorgung von Ilhams Körper zu verbessern. Sie muss auch täglich Medikamente einnehmen, damit ihre Organe nicht von überschüssigem Eisen vergiftet werden.
Die Thalassämie, die erblich ist und auch Mittelmeerannämie genannt wird, hemmt ihre Entwicklung. Besonders ihr Größenwachstum, ihre Ausdauer und ihre Konzentrationsfähigkeit.
Auch werden von den Medikamenten ihre Zähne angegriffen.
Obwohl sie oft im Unterricht fehlen muss, ist sie eine fleißige Schülerin. Ihre liebsten Fächer sind Mathematik und Französisch. Die beste Note, eine Zwei, hat sie in Arabisch.
Trotz allem ist Ilham ein fröhliches und wissbegieriges Kind.
Unser Verein organisiert die Hilfe für Ilham. Sie soll in einer Spezialklinik in Deutschland eine Stammzellübertragung bekommen, weil es derzeit dazu in Marokko noch keine Möglichkeit gibt.Eine erste Untersuchung im Januar 2009 in einer Spezialklinik in Rheinland-Pfalz macht Hoffnung. Ilham ist transplantationsfähig.
Die Transplantation ist sehr teuer. Die Klinik rechnet mit Gesamtkosten von über 200.000 Euro. Diese müssen im voraus bezahlt werden. Viele hilfsbereite Menschen haben schon den Grundstein für die Rettung des Mädchens gelegt, um Ilham ein neues Leben zu schenken.
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